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Lastenheft-Vorlage mit ausgefülltem Beispiel

Die meisten Vorlagen sind ein leeres Word mit Überschriften und lassen dich dann allein. Hier bekommst du die gleiche Struktur, aber mit einer Anleitung pro Abschnitt und einem komplett ausgefüllten Beispiel. Tipp sie ab, ersetze das Beispiel durch dein Projekt, fertig.

Kurz gesagt

Eine gute Lastenheft-Vorlage besteht aus sieben Abschnitten. Sie ist erst dann fertig, wenn ein Anbieter danach ein Angebot rechnen kann, ohne bei dir nachfragen zu müssen. Genau darauf ist diese Vorlage ausgelegt.

Für wen diese Seite ist: alle, die gerade ein Lastenheft schreiben und eine brauchbare Struktur mit Beispiel suchen, statt einer leeren Vorlage.

Die Vorlage, Abschnitt für Abschnitt

Das Beispiel stammt aus einem erfundenen, aber realistischen Fall: eine Physiotherapie-Praxis, die Online-Terminbuchung einführen will. Ersetze es durch deinen eigenen. Wie ein Umsetzer darauf antwortet, zeigt die Pflichtenheft-Vorlage.

Vorlage als Word-Datei herunterladen (RTF)

1. Ausgangslage und Ziel

Warum das Projekt jetzt kommt und woran du in einem Jahr Erfolg misst. Ein bis zwei Sätze, kein Roman.

Beispiel

Die Praxis vergibt Termine per Telefon. Anrufe gehen in der Behandlung verloren, No-Shows kosten Umsatz. Ziel: Patienten buchen und verschieben selbst online, das Telefon wird spürbar entlastet.

2. Ist-Zustand

Wie der Ablauf heute läuft, mit welchen Tools, wo es hakt. Der Anbieter muss verstehen, worauf er aufsetzt.

Beispiel

Termine stehen in einem Papierkalender an der Rezeption. Es gibt eine Website ohne Buchungsfunktion und eine Praxissoftware, in der die Patientenakten liegen.

3. Funktionale Anforderungen

Was das System können muss, in der Sprache deines Ablaufs, nicht in Technik. Jede Anforderung als eigener Punkt, prüfbar formuliert.

Beispiel

Patienten sehen freie Termine je Behandlungsart und Therapeut. Sie buchen mit Name und Telefonnummer. Sie bekommen eine Bestätigung und eine Erinnerung per E-Mail. Sie können bis 24 Stunden vorher selbst absagen.

4. Nicht-funktionale Anforderungen

Wie gut, wie schnell, wie sicher. Tempo bei Last, Datenschutz, Barrierefreiheit, Verfügbarkeit, Rechte und Rollen.

Beispiel

Gesundheitsdaten liegen in Deutschland, DSGVO-konform. Die Seite ist auf dem Handy bedienbar und für Screenreader zugänglich. Buchen dauert unter einer Minute.

5. Schnittstellen

Welche bestehenden Systeme mitspielen müssen. Hier entscheidet sich oft der Aufwand.

Beispiel

Gebuchte Termine sollen in die vorhandene Praxissoftware übernommen werden. Falls das nicht direkt geht, reicht zunächst ein täglicher Export.

6. Rahmen

Budgetkorridor, Wunschtermine, rechtliche Vorgaben. Ein Rahmen hilft dem Anbieter, realistisch zu planen, statt ins Blaue zu rechnen.

Beispiel

Start vor der Grippesaison im Herbst. Budget im mittleren vierstelligen bis unteren fünfstelligen Bereich. Vorgabe: keine Gesundheitsdaten außerhalb der EU.

7. Abnahmekriterien

Woran alle erkennen, dass eine Anforderung wirklich erfüllt ist. Ohne diesen Abschnitt streitet man am Ende über Auslegung.

Beispiel

Ein Testpatient bucht, verschiebt und storniert einen Termin, und der Stand ist danach in der Praxissoftware korrekt. Bestätigung und Erinnerung kommen an.

Häufige Fehler beim Ausfüllen

Technik statt Ablauf. Schreib nicht, welche Datenbank es sein soll. Schreib, was der Ablauf leisten muss. Die Technik ist die Antwort des Anbieters, nicht deine Vorgabe.

Das Unsichtbare vergessen. Datenschutz, Barrierefreiheit, Rechte und Rollen stehen selten drin und werden später teuer nachgezogen. Der Abschnitt zu den nicht-funktionalen Anforderungen ist genau dafür da.

Keine Abnahmekriterien. Ohne den Satz, woran fertig erkennbar ist, streitet am Ende jeder über Auslegung. Ob ein klassisches Lastenheft für dein Projekt überhaupt das richtige Werkzeug ist, klärt der Unterschied zwischen Lastenheft und Pflichtenheft.

Lieber gemeinsam statt allein?

Wenn du merkst, dass die Anforderungen sich beim Schreiben ständig ändern, ist das kein Fehler, sondern normal. In einem Discovery Workshop füllen wir die Abschnitte gemeinsam, schauen uns deinen echten Ablauf an und machen aus der Vorlage einen belastbaren Plan mit Prototyp und Festpreis.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Wie formuliert man ein Lastenheft?

In der Sprache deines Ablaufs, nicht in Technik. Beschreibe, was passieren soll, nicht womit. Formuliere jede Anforderung so, dass man später prüfen kann, ob sie erfüllt ist. Und schreibe dazu, was bewusst nicht dazugehört, das erspart die meisten Missverständnisse.

Wie muss ein Lastenheft aufgebaut sein?

Bewährt sind sieben Abschnitte: Ausgangslage und Ziel, Ist-Zustand, funktionale Anforderungen, nicht-funktionale Anforderungen, Schnittstellen, Rahmen und Abnahmekriterien. Genau diese Struktur füllst du oben mit deinem Projekt.

Was steht alles im Lastenheft?

Alles, was ein Anbieter wissen muss, um ein belastbares Angebot zu rechnen, ohne zu raten: das Ziel, der heutige Ablauf, die Anforderungen fachlich und technisch, die Schnittstellen zu deinen Systemen, der Rahmen aus Budget und Terminen und die Abnahmekriterien.

Brauche ich für ein kleines Projekt ein volles Lastenheft?

Nein. Bei einem kleinen, klaren Vorhaben reicht eine kurze Fassung derselben Abschnitte, oft ein bis zwei Seiten. Wichtig ist nicht der Umfang, sondern dass Ziel, Anforderungen und Abnahme eindeutig sind.

In welchem Format liefere ich das Lastenheft?

Das Format ist zweitrangig, Word oder PDF sind üblich. Entscheidend ist der Inhalt. Du kannst die Struktur oben direkt übernehmen und mit deinem Projekt füllen.