Kurz vorab
FeWo.de ist eine Buchungsplattform für Ferienwohnungen und Ferienunterkünfte mit über 880.000 gelisteten Objekten, deutschlandweit. Die Plattform gehört zu unserer eigenen Unternehmensgruppe. Genau deshalb können wir in diesem Fall etwas tun, das in der Branche selten ist: die Zahlen vollständig offenlegen, mit allen Stärken und Schwächen, ohne Rücksicht auf einen Auftraggeber. Wir glauben, dass Plattformbetreiber genau das brauchen, bevor sie über einen Relaunch entscheiden: ehrliche Daten statt schöner Versprechen.
Der Kern unserer Arbeit lässt sich in einem Satz sagen: Wir haben ein veraltetes Frontend und einen umständlichen Buchungsablauf durch einen modernen, mobil sauber funktionierenden Webauftritt ersetzt. Dieser Fall ist bewusst ein laufender. Wir aktualisieren ihn, wenn neue belastbare Zahlen vorliegen.
Die wichtigsten Kennzahlen (Stand Juni 2026):
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Gelistete Unterkünfte | über 880.000 |
| Aktive Nutzer (1. Jan. bis 3. Juni 2026) | rund 22.000 |
| Ø Engagement-Zeit pro Nutzer | 1 Min. 10 Sek. |
| Gemessene Ereignisse im Zeitraum | rund 262.000 |
| Organische Google-Klicks (12 Monate) | 6.040 |
| Google-Impressionen (12 Monate) | rund 996.000 |
| Ø Google-Position | 9,6 |
Die Plattform und die Ausgangslage
FeWo.de vermittelt Ferienunterkünfte über einen großen Bestand, der über Partner und Distributionssysteme gespeist wird. Der Verkehr auf die Seite kommt deshalb zu einem erheblichen Teil aus einem Partner- und Vertriebsnetz, unter anderem aus der Distributionskette rund um HRS und DS Solutions, und nicht allein aus klassischer Endkundensuche. Das ist ein wichtiger Punkt, auf den wir bei den Zahlen weiter unten ehrlich zurückkommen.
Die Ausgangslage war technischer Natur. Das Frontend stammte im Kern aus den Jahren 2007 bis 2010 und wurde von einem externen Anbieter (DS Solutions) ausgeliefert. Für heutige Verhältnisse war die Bedienung schwerfällig, der Weg zur Buchung umständlich, und die mobile Nutzung entsprach nicht dem, was Gäste 2026 von einem Buchungsportal erwarten. Eine Plattform mit über 880.000 Objekten verdient ein Frontend, das diesen Bestand auch nutzbar macht.
Was wir gebaut haben
Das Projekt lief mit Unterbrechungen seit 2025, das neue Frontend ist im Juni 2026 fertiggestellt worden. Im Kern haben wir drei Dinge gemacht.
Erstens, einen kompletten UX-Neubau. Wir haben den gesamten Buchungsweg auseinandergenommen und neu gedacht: von der Suche über die Auswahl bis zur eigentlichen Buchung. Wo der alte Ablauf den Nutzer an mehreren Stellen ausgebremst hat, führt der neue ihn in einem klaren, durchgängigen Fluss zum Ziel.
Zweitens, ein vollständig neu geschriebenes Frontend. Statt den Altbestand des Fremdanbieters weiter zu flicken, haben wir die Oberfläche von Grund auf neu aufgebaut, mobil zuerst und nach den Standards von 2026. Das betrifft Geschwindigkeit, Bedienbarkeit auf dem Smartphone und die saubere Darstellung der Suchergebnisse aus einem sehr großen Objektbestand.
Drittens, einen Buchungsflow auf aktuellem Stand. Der Weg von der gefundenen Unterkunft bis zur abgeschlossenen Reservierung ist auf möglichst wenige, klare Schritte reduziert. Genau hier entscheidet sich bei einem Buchungsportal, ob aus einem Besuch eine Buchung wird.
Was wir in dieser Phase nicht angefasst haben: den Objektbestand selbst und die dahinterliegende Distribution. Die über 880.000 Unterkünfte kommen aus dem bestehenden Partnernetz. Unsere Arbeit liegt im Frontend und in der Nutzerführung, nicht im Inventar.
Was die Zahlen zeigen
Die Zahlen stammen aus zwei voneinander unabhängigen Quellen: aus Google Analytics für Nutzung und Verkehr und aus der Google Search Console für die Sichtbarkeit in der Suche. Beide gehören unterschiedlichen Systemen, lassen sich also nicht gegeneinander frisieren. Wichtig sind die unterschiedlichen Zeiträume, die wir hier sauber trennen.
Nutzung und Verkehr (Google Analytics, 1. Januar bis 3. Juni 2026). In diesen gut fünf Monaten zählt die Plattform rund 22.000 aktive Nutzer bei etwa 262.000 gemessenen Ereignissen. Die durchschnittliche Engagement-Zeit liegt bei 1 Minute 10 Sekunden pro Nutzer. Aufschlussreich sind die meistbesuchten Seiten: Die Buchungsseite kommt auf rund 44.000 Aufrufe bei einer Absprungrate von nur 13,4 Prozent, die Startseite auf rund 32.000 Aufrufe, und die Suchseite auf rund 11.000 Aufrufe bei einer sehr niedrigen Absprungrate von 8,0 Prozent. Niedrige Absprungraten auf genau den Seiten, die zur Buchung führen, sind ein gutes Zeichen für die neue Nutzerführung.
Sichtbarkeit in Google (Search Console, letzte 12 Monate). Über das Jahr weist die Search Console 6.040 Klicks bei rund 996.000 Impressionen aus, bei einer durchschnittlichen Position von 9,6 und einer Klickrate von 0,6 Prozent. Die mit Abstand häufigste Suchanfrage ist der Markenbegriff "fewo" mit rund 401.000 Impressionen, gefolgt von "fewo.de" und "fewo de". Die Marke wird also sehr breit ausgespielt, schöpft dieses Potenzial bei der aktuellen Position aber noch lange nicht aus.
Was die Zahlen ehrlich bedeuten
Hier wird es ehrlich. Wir glauben, dass jeder, der eine Case Study liest, bei diesem Punkt aufmerksam werden sollte.
Der Großteil des Verkehrs ist nicht organisch, sondern kommt aus dem Partnernetz. In Google Analytics entfallen rund 27.000 von etwa 29.000 Sitzungen auf den Kanal "Direct", während die organische Google-Suche nur etwa 1.800 Sitzungen beisteuert. Dieser "Direct"-Anteil ist bei FeWo.de kein klassischer Marken-Direktverkehr, sondern speist sich überwiegend aus dem Partner- und Distributionsnetz, also aus der Vertriebskette rund um HRS und DS Solutions. Wir rechnen diesen Verkehr deshalb ausdrücklich nicht unserer SEO-Arbeit zu. Was wir beeinflussen, ist, was nach dem Klick passiert: ob der Nutzer auf der neuen Oberfläche zur Buchung findet.
Die Sichtbarkeit ist real, aber noch nicht abgeschöpft. 996.000 Impressionen bei 6.040 Klicks bedeuten eine Klickrate von nur 0,6 Prozent. Bei einer durchschnittlichen Position von rund 10 ist das erklärbar: Die Plattform erscheint oft am unteren Ende der ersten oder auf der zweiten Ergebnisseite, wo kaum geklickt wird. Allein der Begriff "fewo" wird 401.000 Mal angezeigt. Wer hier in den Positionen nach oben kommt, hebt einen großen, bereits vorhandenen Nachfragetopf. Das ist die größte offene Chance der Plattform.
Was unserem Frontend zuzurechnen ist und was nicht. Direkt unserer Arbeit zuzurechnen ist die Qualität der Nutzererfahrung nach dem Klick, sichtbar an den niedrigen Absprungraten auf Buchungs- und Suchseite. Nicht uns zuzurechnen sind der Objektbestand, der Partnerverkehr und die Marktnachfrage hinter dem Begriff "fewo". Wer ohne diese Differenzierung von "Plattform-Erfolg" spricht, verkauft eine Geschichte. Wir zeigen, welcher Teil welcher Ursache gehört.
Was wir noch verbessern
Die Zahlen zeigen nicht nur, was funktioniert, sondern auch, wo wir nachsteuern.
Die organische Klickrate ist der größte Hebel. 0,6 Prozent bei fast einer Million Impressionen heißt: Das Suchpotenzial ist da, die Position noch nicht gut genug. Wir arbeiten an Inhalten und technischer SEO, um die durchschnittliche Position für das "fewo"-Umfeld zu verbessern und einen größeren Anteil dieser 996.000 Impressionen in Besuche zu verwandeln.
Die Conversion-Messung muss enger an die Buchung. Nutzung und Buchungsweg sind heute über Analytics-Ereignisse messbar, der durchgängige Pfad vom organischen Besuch bis zur abgeschlossenen Buchung soll als nächstes noch sauberer abgebildet werden, damit wir den Effekt einzelner Verbesserungen klar zuordnen können.
Was Sie als Plattformbetreiber daraus mitnehmen sollten
Wenn Sie ein Portal mit großem Bestand und in die Jahre gekommenem Frontend betreiben, sind das die Punkte, die wir aus diesem Projekt destillieren würden.
Ein großer Bestand nützt nichts ohne ein Frontend, das ihn nutzbar macht. Über 880.000 Objekte sind nur dann ein Vorteil, wenn der Nutzer in Sekunden findet, was er sucht, und ohne Reibung bucht. Der Wert steckt nicht allein im Inventar, sondern in der Nutzerführung darüber.
Partnerverkehr und organische Sichtbarkeit sind zwei verschiedene Baustellen. Ein hoher Direct-Anteil aus dem Vertriebsnetz kann darüber hinwegtäuschen, dass die organische Suche noch kaum genutzt wird. Beide getrennt zu betrachten, ist die Voraussetzung dafür, das brachliegende Suchpotenzial überhaupt zu sehen.
Ein Relaunch ist messbar oder er ist Geschmackssache. Erst Analytics und Search Console machen aus "sieht moderner aus" eine überprüfbare Aussage. Ohne diese Datenbasis lässt sich weder der Ausgangszustand noch die Wirkung einer Überarbeitung belegen.
Transparenzhinweis und Methodik
FeWo.de ist eine Plattform aus unserer eigenen Unternehmensgruppe. Wir legen diesen Fall bewusst offen, gerade weil wir hier keinen externen Auftraggeber schützen müssen und die Zahlen vollständig zeigen können. Aus demselben Grund enthält dieser Fall kein Kundenzitat. Er ist als laufendes Projekt angelegt und wird mit neuen belastbaren Daten fortgeschrieben.
Alle Nutzungszahlen stammen aus Google Analytics für den Zeitraum 1. Januar bis 3. Juni 2026, alle Sichtbarkeitszahlen aus der Google Search Console für die jeweils letzten 12 Monate. Kein Cherry-Picking. Wo etwas nicht unserer Arbeit zuzurechnen ist, sagen wir es. Stand: Juni 2026.

